Daten sammeln beim Schwimmen: Critical Swim Speed und SWOLF

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Im Projekt #schwimmsteiger versuche ich mich innerhalb von 100 Tagen zu einem tauglichen Schwimmer zu entwickeln. Bei einem solchem Vorhaben ist die Messbarkeit des Ziels ein wichtiger Aspekt. Die Zeitverbesserung auf definierten Distanzen spielt dabei eine Rolle. Bei der Konzeption des #schwimmsteiger-Projektes mit Eike Zywietz von Gipfelkurs haben wir mit der Critical Swim Speed und dem SWOLF-Wert weitere schwimmspezifische Werte als Zielgröße definiert. Was sich dahinter verbirgt erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Ein charakteristischer Kennwert zur Leistungsfähigkeit in einer Ausdauersportart ist das Schwellentempo. Es geht dabei um die Geschwindigkeit bei der sich Laktatproduktion und Laktatelimination in Waage halten. Durch Training der Athletik und der Bewegungseffizienz (sportartspezifische Technik) ist eine Verbesserung dieses Schwellentempos erreichbar. Neben der Eignung zur Bewertung des Trainingsfortschrittes, ist das Schwellentempo auch ein guter Orientierungswert um Trainingseinheiten zu planen.

Die klassische Methode eine solche Schwellengeschwindigkeit zu ermitteln ist ein Laktattest. Im letzten Jahr habe ich einen läuferischen Belastungstest gemacht. Nach jeder Stufe wird bei steigender Belastung der Laktatwert gemessen. Das Tempo bei dem die Laktatproduktion deutlich zunimmt, entspricht dem Schwellentempo.

Auf dem Laufband oder auf dem Fahrradergometer ist eine definierte Temposteigerung problemlos möglich. Daher lässt sich dann auch das sportartspezifische Schwellentempo relativ einfach ermitteln. Beim Schwimmen gestaltet sich das Ganze etwas schwieriger. Um diese Problematik zu umgehen wurde in Australien eine rechnerische Näherungsmethode zur Ermittlung des Schwellentempos beim Schwimmen entwickelt.

Critical Swim Speed:

Es handelt sich dabei um das Konzept der Critical Swim Speed, kurz CSS. Dabei werden 400m und 50m jeweils in maximal möglicher Geschwindigkeit geschwommen. Dazwischen wird eine Pause von 15 Minuten eingelegt. Die CSS ist der Quotient aus der Distanzdifferenz und der Zeitdifferenz. Das resultierende Ergebnis hat die Einheit m/s und entspricht eben jener Critical Swim Speed.

An Tag 1 von #schwimmsteiger habe ich genau diesen Test absolviert. Die 400m habe ich in 10:05,7 min absolviert. 50m habe ich in 47,8 s zurückgelegt. Die Differenz der Distanzen (400m – 50m) beträgt 350m. Die Differenz der Zeiten beträgt 9:18 min, also 558 Sekunden. Der Quotient (350 m / 558 s) ist meine Critical Swim Speed. Dieser beträgt 0,63 m/s. Das bedeutet, dass ich an Tag 1 von #schwimmsteiger 63 Zentimeter in einer Sekunde zurücklegen konnte ohne zu übersäuern.

Da ich vor allem auf Grund der Technikverbesserung schnell große Fortschritte gemacht habe, diente die CSS während #schwimmsteiger nur für die ersten Tage als Orientierung bei der Trainingsgeschwindigkeit. Aber dafür habe ich ja mit Eike einen erfahrenen Trainer an meiner Seite, der meine Trainingstempi festlegt.

Ich bin sehr gespannt wie die Verbesserung an Tag 100 aussieht. Das wird mir helfen meine Trainingspläne für mein Leben nach #schwimmsteiger zu definieren und im Falle von weiteren Schwimmwettkämpfen ein gutes Zieltempo zu ermitteln. Wenn #schwimmsteiger abgeschlossen ist, werde ich ja nicht einfach aufhören mit dem Schwimmsport (aber dazu in einem anderen Beitrag mehr).

SWOLF-Wert: Züge zählen

Ein wesentliches Resultat meines akribischen Schwimmtrainings ist die Verbesserung der Technik. Dies lässt sich durch die Videoanalyse auch aufzeigen. Auch in der Verbesserung der Einzelzeiten und CSS steckt die verbesserte Technik drin. Allerdings gibt es unter Schwimmern auch einen technikspezifischen Kennwert, der vergleichsweise einfach zu ermitteln ist.

In dem sogenannten SWOLF-Wert steckt nicht nur die Schnelligkeit, sondern auch die Effizienz. SWOLF ist dabei ein Kunstwort welches sich aus Swimming und Golf zusammensetzt. (Warum da „Golf“ drin steckt, habe ich bisher nicht herausgefunden. Wenn es jemand weiß, freue ich mich über entsprechende Kommentare.) Der SWOLF-Wert bezieht sich immer auf eine Bahnlänge. Also z.B. auf 50 m oder auf 25 m. Er berechnet sich aus der Summe von Schwimmzeit in Sekunden und Anzahl der Züge.

An Tag 1 von #schwimmsteiger habe ich 50 m einmal am Anschlag und einmal locker absolviert und dabei die Züge gezählt. Bei der lockeren Runde habe ich bei 60 Zügen 65 Sekunden für die Bahn gebraucht. Das entspricht einem SWOLF-Wert von 125. Bei der schnellen Bahn brauchte ich mit 66 Zügen 6 Züge mehr, war mit 49 Sekunden aber auch 16 Sekunden schneller. Daraus resultiert ein SWOLF-Wert von 115.

Tag der Wahrheit: #schwimmsteiger endet am 6. Mai

Mein #schwimmsteiger-Projekt läuft noch 14 Tage. Am 6. Mai führe ich die Tests für SWOLF und CSS durch. Dann habe ich vier Vergleichswerte zu Tag 1. Neben der Critical Swim Speed und dem SWOLF-Wert auch die Einzelzeiten auf der 400m- und der 50m-Distanz.

Meine Trainingsperformance und die zwischenzeitlichen Wettkämpfe zeigen, dass ich seit Tag 1 große Sprünge gemacht habe. Was für eine Verbesserung innerhalb von 100 Tagen für einen Schwimm-Noob wie mich realistisch ist, werdet ihr dann am 6. Mai erfahren.

Weiterführende Links:

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