Garmin Forerunner 235 Test: Eigentlich perfekt, aber…


Garmin Forerunner 235




Garmin Forerunner 235


81.25

Ausstattung

9/10

    Lauferfahrung

    7/10

      Software / Plattform

      9/10

        Preis/Leistung

        8/10

          Pros

          • Durchdachte Bedienkonzept
          • Erweiterbarkeit und App-Store
          • Schneller Trainingsstart
          • Umfangreiche Fitnessplattform

          Cons

          • Pulsmessung ungenau



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          In den vergangenen Wochen habe ich mich intensiv mit Sportuhren, die über eine optische Herzfrequenzmessung verfügen, beschäftigt. In meinem Garmin Forerunner 235 Test erfahrt ihr, was ich von dem Gerät halte.

          Ich bin davon überzeugt, dass sich der Trend zur optischen Pulsmessung bei Laufuhren durchsetzen wird. Das aufwändige Anlegen und Verbinden eines Brustgurtes entfällt. Die ersten Geräte mit diesem Feature waren Activity Tracker, weil in diesem Segment die Toleranz der Kunden bezüglich Abweichungen bei der angezeigten Herzfrequenz höher ist.

          Mit steigenden Genauigkeiten bei der optischen Herzfrequenzmessung, hält diese Technologie sukzessive Einzug in die Kategorie der Sportuhren. Ob die Garmin Forerunner 235 hierfür eine gute Lösung darstellt, erfahrt ihr in meinem Garmin Forerunner 235 Test.

          Die Auststattung – Garmin Forerunner 235 Test

          Die Pulsuhr kommt in einer schlanken Packung daher. Sie beinhaltet neben der Garmin Forerunner 235 ein spangenartiges Lade- und Verbindungskabel, welches an den USB-Port angeschlossen werden kann. Es gibt Ausführungen in schwarz-grau, schwarz-blau und schwarz-rot, wofür ich mich entschieden habe.

          Garmin Forerunner 235 Test: Verpackung

          Die Pulsuhr verfügt über einen integrierten GPS-Empfänger. Zusätzlich gibt es auch ein Glonass-Modul, welches sich mit dem russischen Pendant zum GPS-Satelliten verbindet.

          Die Batterielaufzeit beträgt bis zu 9 Tage als Uhr und bis zu 11 Stunden, wenn alle Sensoren aktiviert sind. Das ist absolut ausreichend, um nicht nach jeder Einheit laden zu müssen. Der Ladevorgang wird relativ zügig durchgeführt.

          Die Uhr verfügt über eine kleine Wölbung am Herzfrequenzmodul, um dort eng an der Haut sitzen zu können. Dennoch schmiegt sie sich äußerst bequem an und hat beim Garmin Forerunner 235 Test keine Druckstellen verursacht.

          Garmin Forerunner 235 Test: Übersicht

          Zusätzlich zu den klassischen Funktionen einer Laufuhr bietet die Forerunner ein Activity Tracking sowie Pushbenachrichtigungen bei aktiver Verbindung mit dem Smartphone. Beides sind Features, die ich nicht unbedingt bei einer Sportuhr erwarte. Daher wurden diese beim Garmin Forerunner 235 Test weniger berücksichtigt.

          Lauferfahrung beim Garmin Forerunner 235 Test

          Das erste, was mir beim Starten einer Trainingseinheit positiv auffiel, ist die kurze Zeit die bis zum Start der Session verging. Während andere Uhren den möglichen Beginn verzögern, bis das Satelliten-Signal gefunden wurde, kann mit der Garmin Forerunner 235 direkt losgelegt werden. Aber auch die exakte Lokalisierung erfolgt relativ schnell.

          Garmin Forerunner 235 Test: Im Einsatz

          Ein großartiges Feature ist die Funktion, dass über die Garmin-Plattform sehr individuelle Trainings im Vorfeld definiert und auf die Uhr geladen werden können. So ist es möglich verschiedene Intervalle, bei denen sich jeder einzelne Block voneinander unterscheidet, mit wenig Aufwand auf der Uhr abzulegen. Während des Trainings wird nach einer Vibration angezeigt, was als nächstes wie lange zu tun ist. Gerade als Läufer mit komplexeren Trainingsmustern, begeistert mich diese Funktion.

          Die Bedienung, gerade während des Sports, verläuft äußerst intuitiv. Alles relevante lässt sich unkompliziert ansteuern.

          Was ich mir zusätzlich noch gewünscht hätte, wäre die Möglichkeit, mir schnell eigene Screens zu konfigurieren, um mir verschiedene Werte, die bisher auf unterschiedlichen Screens angezeigt werden, gemeinsam visualisieren zu lassen. Gerade bei Wettkämpfen interessiert mich vor allem die Zeit auf dem aktuellen Kilometer sowie die Gesamtzeit. Ansonsten macht die Uhr aber, im Bezug auf Zeit-, Strecken- und Geschwindigkeitsausgabe, auch bei Wettkämpfen, eine sehr gute Figur.

          Der Größte Kritikpunkt beim Garmin Forerunner 235 Test bezieht sich allerdings auf das Schlüsselfeature: Die Pulsmessung. Mit dieser Funktion werde ich absolut nicht grün. Mir ist vermehrt aufgefallen, dass der angezeigte Puls ganz und gar nicht zu meiner gefühlten Herzfrequenz passt.

          Leider hatte ich kein genormtes EKG für eine parallele Messung zur Hand. Daher habe ich die Durchschnittswerte von gleichmäßig durchgeführten Läufen mit der Forerunner 235 über die Kurve einer kürzlich durchgeführten Leistungsdiagnostik gelegt. Leichte Abweichungen von dieser Kurve können tagesformabhängig bedingt sein. Das Diagramm zeigt aber sehr deutliche Abweichungen, teilweise nach oben, teilweise nach unten.

          Garmin Forerunner 235 Test: Vergleich Pulsmessung

          Bei einer Trainingseinheit, die über mehr als eine halbe Stunde ging, wurde mir permanent ein Puls über 180 angezeigt, obwohl das Tempo und mein subjektives Gefühl eher auf ca. 150 Schläge pro Sekunde hindeuten.

          Was im Zusammenhang mit der Herzfrequenz auch nicht passt, ist die Übernahme von individuell definierten Herzfrequenzbereichen, die auf der Garmin Connect-Plattform vordefiniert wurden. Leider wurden mir häufig Zonen angezeigt, die nicht in Einklang mit der angezeigten Herzfrequenz standen.

          Was bieten Software & Plattform beim Garmin Forerunner 235 Test?

          Den ersten heiklen Momen überstand der Garmin Forerunner 235 Test schon bei der Synchronisation mit meinem Smartphone. Während bei meinem Test der Garmin Forerunner 920 XT vor einem Jahr, die Verbindung mit der Android App gar nicht funktioniert hat, gab es hier mittlerweile überhaupt keine Probleme mehr. Auch mit dem PC klappt der Datenaustausch reibungslos.

          Ein Trumpf bei den Garmin Produkten ist die Garmin Connect Plattform. Hier können nicht nur, wie oben beschrieben, einzelne Trainings definiert werden, sondern auch ganze Trainingspläne erarbeitet werden. Spannend sind die umfangreichen Auswertungsfunktionen mit vielfältigen Diagrammen.

          Garmin Forerunner 235 Test: Garmin Connect Übersicht

          Auch soziale Features gibt es, um die Leistungen mit anderen teilen zu können. Ein für mich wichtiger Faktor ist die Kompatibilität zu anderen Fitnessplattformen. Nur weil ich mir mal wieder ein neues Gerät gekauft habe, möchte ich schließlich nicht mit allen Daten umziehen und in einem Ökosystem gefangen sein. Hier gibt es eine Vielzahl an kooperierenden Plattformen. Auch Strava ist dabei, ein Datenaustausch klappt reibungslos und erfolgt automatisiert nach dem Upload der Daten auf die Garmin Connect Plattform.

          Garmin Forerunner 235 Test: Garmin Connect Diagramme

          Ein ganz besonderes Feature ist die Möglichkeit selbst programmierte Apps und Screens zu erzeugen und in einem App-Store bereitzustellen, bzw. die Apps, die von anderen bereitgestellt werden, downzuloaden. Zum Beispiel gibt’s dort einen Screen mit einer Zielzeitprognose, der während eines Wettkampfs aufzeigt, bei welcher Zeit die Ziellinie erreicht wird, wenn die Geschwindigkeit so beibehalten wird.

          Fazit beim Garmin Forerunner 235 Test

          Die Garmin Forerunner 235 ist eine sehr gut durchdachte Sportuhr. Sie verfügt im Prinzip über all das, was ein ambitionierter Läufer wünscht. Mit knapp unter 300€ ist der Preis zwar kein Schnapper, aber angemessen.

          Und dennoch gibt es einen entscheidenden Makel, der den positiven Gesamteindruck deutlich trübt. Das ist die ungenaue Pulsmessung. Da ich häufig pulsgesteuert trainiere und es mir sehr darauf ankommt, dass die angezeigten Werte der Realität entsprechen, bevorzuge ich im Training andere Geräte.

          Bei Wettkämpfen wiederum, in denen ich mich an einer Zielzeit orientiere und Tempo-Anpassungen auf Basis meines subjektiven Gefühls vornehme, ist die Garmin Forerunner 235 mit ihrer perfekt abgestimmten Bedienbarkeit das richtige Gerät für mich.

          Die Garmin Forerunner 235 ist in meinen Augen daher auch für all jene etwas, die mit Leistungsdaten nicht perfektionistisch umgehen, aber dennoch eine gut durchdachte Sportuhr wollen. Wem es bei der Herzfrequenz auf die Exaktheit ankommt, der sollte abwarten, ob Garmin ein Firmware-Update mit der algorithmischen Anpassung der Werte realisieren kann oder ein verbessertes Nachfolgemodell auf den Markt bringt.

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          6 Gedanken zu „Garmin Forerunner 235 Test: Eigentlich perfekt, aber…

            1. Danke für deine Antwort. Gut, dass ich kein Einzelfall bin. Aber auch Schade bei einer ansonsten so gut durchdachten Laufuhr.

          1. Hallo,
            habe auch die 235er und war auf dem Laufband beim Laktattest, über 30 Minuten in allen Herzfrequenzbereichen hat die Uhr im Vergleich zur Herzfrequenzmessung mittels Brustgurt die selben Ergebnisse (+/-1-2 Schläge) angezeigt. Deine persönlichen Herzfrequenzbereiche kann man zudem in der App anpassen.
            Was mir nicht gefällt ist der extrem dunkle Bildschirm (laut Garmin zugunsten der Akkulaufzeit).

          2. Hallo,

            Habt ihr schon Mal versucht die Uhr neu zu starten? Bei mir schafft das sofort Abhilfe. Nur wenn ich Intervalle mache, alles unter 3:30, dann kommt die Uhr irgendwie nicht mehr mit dem Zählen nach.

          3. All dem was oben geschrieben wurde kann ich nur zustimmen. Was ich als weiteren Kritikpunkt mit einfließen lassen möchte, ist die Problembewältigung durch Garmin. Als durchaus ambitionierter Triathlet und Elektronikentwickler habe ich die vorhandenen Probleme technisch aufgearbeitet und an Garmin gesendet, damit bei der Fehlerlokalisierung noch weitere technische Einzelheiten, bestimmt durch Felderfahrung, mit betrachtet werden können. Leider gibt es nicht einmal eine Reaktion von Garmin, geschweige denn eine Verbesserung der Software. Was mir extrem aufgefallen ist, ist das unterschiedliche Verhalten der Pulsmessung in Abhängigkeit der installierten Software. DIe jetzige Software V7.10 ist die mit weitem Abstand ungenauste. Die Abhängigkeit zwischen der vorhandenen Hardware, die ja schon lange „fertig“ ist und der permanent neu installierten Software wird anscheinend bei Garmin nicht komplett getestet, mir kommt es so vor als würde man diese Uhr in Richtung „einfache Smart watch“ verschlechtern, sodaß man die Zielgruppe der Sportler außen vor lässt und mehr auf die „social media Kunden“ schielt.

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