Bluetens Test: Der Physiotherapeut im Smartphone

Bluetens

Bluetens

9.1666666666667

App / Userinterface

9/10

    Endgerät

    10/10

      Wirkung

      9/10

        Pros

        • Selbsterklärende Bedienung
        • Handliches Gerät
        • Behandlungen in kurzer Zeit
        • Schnelle App-Updates

        Cons

        • Seltene Abstürze der App


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        Anmerkung zum Bluetens Test: Auf der Couch liegend, den mobilen Computer auf dem Schoß platziert, pumpt mein rechtes Bein in kurzen, aber unregelmäßigen Abständen. Vier Elektroden befinden sich am Oberschenkel, in einer App habe ich die Intensivmassage ausgewählt. Es ist gar nicht so einfach, einen Blogbeitrag zu schreiben, wenn der Laptop vibriert….

        In diesem Beitrag findet ihr meinen Bericht zum Bluetens Test. Da bei geht es um eine strombasierte physiotherapeutische Behandlungsmethode, die via Smartphone gesteuert werden kann.

        Schon mal was von transkutaner elektrischer Nervenstimulation gehört? Ich bisher noch nicht. Die Abkürzung ist schon geläufiger: TENS. Diese Methode der Reizstromtherapie gibt es schon seit vielen Jahren und ist eine der wenigen Strombehandlungsmethoden, die sich Patienten auch selbst verabreichen können. Ein geeignetes Gerät vorausgesetzt.

        An mir ist so etwas bisher völlig vorbei gegangen, auch weil ich keine Zeit habe, mich mit medizinischen Geräten auseinander zu setzen. Bluetens bringt das Ganze jetzt auf eine App, damit auch Smartphone-Junkies, wie ich, mit so etwas umgehen können.

        Ich habe mir das ganze mal etwas genauer angeschaut und stelle es euch in meinem Bluetens Test vor.

        Schon der erste Eindruck hat etwas Begeisterndes. Ein Medizinprodukt, welches in ähnlicher Art über Jahre in vielen Physiotherapie-Praxen zu finden ist, wurde in eine minimalistische Box gepackt. Auf ihr ein schlichter Smiley.

        Bluetens Test: Box

        Darin befinden sich ein kleines Handgerät, 3 Sätze mit 4 Klebeelektroden sowie passendem Kabel und eine Bedienungsanleitung. Diese verweist auch auf die passende Smartphone-App.

        Bluetens Test: Zubehör

        Bluetens Test: Die Smartphone-App

        Über den Play-Store habe ich die App installiert und ab da ging alles ganz einfach. Man wählt sich in der App eine Muskelgruppe aus und entscheidet sich für eine aus den drei grundlegenden Zielrichtungen:

        • Entspannen
        • Stärken
        • Therapieren

        Anschließend wählt man eine Unterkategorie und ein Programm. Eine ausführliche Beschreibung beschreibt die Wirkweise der Behandlung und gibt Hinweise für eine sinnvolle Intensität und zur Häufigkeit der Anwendung.

        Bluetens Test: App1 Bluetens Test: App2 Bluetens Test: App3

        Nach der Auswahl des Programms folgt eine Anleitung zum Anlegen der Elektroden. Der Nächste Schritt ist die Aufforderung das Handgerät zu aktivieren.

        Bluetens Test: App4 Bluetens Test: Verkabeln

        Die Bedienung der App wirkt äußerst intuitiv. Man entdeckt immer wieder ein neues passendes Programm. In meiner Version der App gab es ab und zu Abstürze, allerdings half anschließend meist ein Neustart. Positiv anzumerken ist, dass die App in kurzen Abständen aktualisiert und dabei deutlich performanter wurde.

        Bluetens Test: Gerät und Wirkung

        Das Gerät ist äußerst kompakt und passt in jedes Handgepäck. Es verfügt über einen Knopf, mit dem es eingeschaltet wird, aber auch während des Betriebs deaktiviert werden kann. Zusätzlich gibt’s ein Drehrad für die Intensität und drei Leuchtdioden.

        Nach dem Start des Programms, kann man die Intensität in der Smartphone-App oder am Gerät einstellen. Ich habe noch nie das Maximum eingestellt. Ich vermute mal, dass die Skala bis 100 geht.

        Bluetens Test: App5

        Bei intensivem Muskeltraining erreiche ich nicht mehr als Stufe 40. Dann wird es zu intensiv und schmerzhaft. Für die richtige Stufe entwickelt man relativ schnell ein gutes Gefühl. Entspannungsprogramme finden bei mir in der Regel zwischen 20 und 30 statt.

        Ich habe alle drei Zielrichtungen ausprobiert. Nach den vergangenen Wettkämpfen habe ich unterschiedliche Entspannungsprogramme ausprobiert. Vor allem Ober- und Unterschenkel sowie den Rücken habe ich einbezogen. Es fühlte sich anfangs sehr ungewöhnlich an und irgendwann fand ich einen für mich angenehmen Bereich. Das Ergebnis ist nicht vergleichbar mit der Behandlung durch einen Physiotherapeuten, dennoch sind die Lockerungseffekte deutlich spürbar.

        Auch „stärken“ habe ich mal ausprobiert. In einer Woche mit viel Lauftraining und wenig Zeit für’s Fitnessstudio habe ich meinen Biceps mal angeschlossen. Die gewählte Intensität ist deutlich höher und die Stromschläge erzwingen eine ständig wechselnde Anspannungssituation im Muskel. Man liegt auf der Couch, macht nichts und der Muskel wird trainiert. Während des Programms und danach kommt das Gefühl von Erschöpfung auf, wie bei den Curls mit der Kurzhantel. Klar der Muskel wird nicht so umfassend belastet, wie bei einer sauber ausgeführten Übung im Fitnessstudio. Um zwischendurch ein paar Reize zu setzen oder den Muskel zu straffen reicht es alle mal.

        An meiner leicht schmerzenden Schulter habe ich dann auch das Therapieren-Programm getestet. Kurzzeitig konnten die Schmerzen reduziert werden, mehrfach habe ich das allerdings nicht ausprobiert.

        In den letzten 3 Wochen hat sich das Bluetens-Gerät zu einem treuen Feierabendbegleiter gemausert. Ein kleines Zwacken hier, Muskelkater da, die vier Elektroden richten’s schon.

        Im übrigen nutze ich noch immer den Ersten von 3 Elektroden-Sätzen. Im Bluetens-Shop ist ein 3er Satz für 15€ nachkaufbar. Ich vermute, dass der Druckknopf-Anschluss auch mit günstigeren Klebeelektroden kompatibel ist. Wenn ich es ausprobiert habe, werde ich die Information hier ergänzen.

        Mit einer Akkuladung sind teilweise über 10 Behandlungen machbar und wenn er leer ist, wird Bluetens einfach an ein Handyladekabel gestöpselt.

         

        Fazit Bluetens Test

        Bluetens senkt die Hürde deutlich, eine Reizstromtherapie durchzuführen.  Es ersetzt zwar keinen Physiotherapeuten oder Masseur und ist auch kein Wunderheiler für die Hosentasche. Und dennoch ist die Wirksamkeit der Tens-Behandlung auf jeden Fall positiv spürbar.

        Und das in einem perfektem Aufwand-Nutzen-Verhältnis. Keine Anfahrt zum Physiotherapeuten, keine Gebühr für eine Behandlung. Einfach verkabeln, auf die Couch legen und los geht’s.

        Die Verlagerung der Steuerzentrale ins Smartphone ermöglicht eine Vielzahl von Programmen und bietet dem Hersteller die Möglichkeit die Funktionalität durch einfache Software-Updates kontinuierlich zu erweitern. Ein paar Kleinigkeiten müssen in der Android-App auf jeden Fall noch ausgebessert werden, bisher bin ich mit der Update-Frequenz und -Qualität allerdings äußerst zufrieden.

        Ich nutze das Gerät in den Regenerationsphasen nach dem Wettkampf und als Ergänzung während der Trainingsphasen und werde es auch über den Bluetens Test hinaus so beibehalten. Also wenn der nächste Blogbeitrag wackelig erscheint, wisst ihr woran es liegt.

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