Moto 360 Sport Test: Für Sportler (noch) nicht geeignet

Moto 360 Sport

Moto 360 Sport

4.75

Hardware

7/10

    Sportlichkeit (Hardware)

    4/10

      Sportlichkeit (Software)

      5/10

        Preis / Leistung

        3/10

          Pros

          • Erweiterbarkeit durch Apps
          • Hohe Funktionalität im Alltag

          Cons

          • Sehr ungenaue Pulsmessung
          • Bisher nur wenig geeignete Sportapps
          • Keine ergonomische Passform
          • Hoher Preis für eine Sportuhr


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          Lenovo veröffentlichte im Januar 2016 die Moto 360 Sport in Deutschland. Meinen Eindruck erfahrt ihr beim Moto 360 Sport Test.

          Meine Erwartungshaltung beim Moto 360 Sport Test

          Smartwatches sind für viele Nutzergruppen ein interessantes Gadget, egal ob Alltag, Geschäftsleben oder Freizeit. Meine Perspektive ist die des ambitionierten Sportlers. Und wenn Motorola ein Modell mit dem Namen Moto360 Sport herausbringt, ist das eine gute Gelegenheit zu testen ob der neueste Stand der Technik bei Android Wear den Anforderungen aus diesem Blickwinkel genügt.

          Bei den sportlichen Features sind klassische Sportuhren von Garmin, Polar, TomTom und Co. die Referenz. Wohlwissend das smarte Uhren noch mehr Features mit sich bringen, die den Alltag bereichern. Eine Besonderheit beim Bewerten von Smartwatches im Vergleich zu klassischen Sportuhren ist die Tatsache, dass der Uhren-Hersteller die Softwarefunktionalität nicht in der eigenen Hand hat. Er kann zwar selbst Apps bereitstellen, was Motorola bzw. Lenovo auch tut. Aber vor allem die Offenheit für Drittapps können eine Smartwatch bereichern.

          Die Bewertung lässt die Funktionalitäten derzeit verfügbarer Apps mit einfließen. Daher habe ich beim Bewerten der Sportlichkeit zwischen Aspekten der Software und der Hardware getrennt. Dabei ist zu beachten, dass Mängel in der Software wesentlich einfacher behoben werden können und sich durch Updates die Bewertung der gleichen Uhr verbessern kann.

          Weitere Aspekte der Bewertung sind die Hardware und der Uhrenkörper im Allgemeinen, sowie die Relation der Eigenschaften zum Preis.

          Moto 360 Sport Test: Die Hardware

          Das optische Erscheinungsbild der Uhr ist schlicht. Sie verfügt über ein Silikonarmband. Ich habe die schwarze Variante für den Moto 360 Sport Test benutzt, es gibt alternativ auch weiß und orange. Das Display ist aus Gorilla Glass, hat einen Durchmesser von 35 mm und wird von einem gebürstetem Metallring umgeben.

          Moto 360 Sport Test: Verpackung Moto 360 Sport Test: Uhr allgemein

          Die Uhr ist mit einem 300mAh-Akku  ausgestattet und verfügt über einen 1,2 GHz quadcore CPU und 4 GB internen Speicher sowie 512 MB Arbeitsspeicher. Es gibt BlueTooth, Wifi und sämtliche Sensoren, wie Höhenmesser, Beschleunigungssensor, Umgebungslichtsensor, Gyroskop, Vibrations-/Haptikengine und Herzfrequenzsensoren. Außerdem ist die Smartwatch spritzwasser-geschützt.

          Die Verarbeitung der Uhr ist Okay. Mein Exemplar verfügt über ein paar Ungleichmäßigkeiten am gebürsteten Metall. Außerdem ist das Silikonarmband ein Staubfänger, was sich negativ auf das Antlitz der Uhr auswirkt.

          Moto 360 Sport Test: Verarbeitung Moto 360 Sport Test: staubiges Armband

          Die Bedienung der Uhr wirkt ausgesprochen leistungsfähig und schnell. Es gibt die Android-Wear typische intuitive Bedienung und Sprachsteuerung. Die Uhr ist auf Grund des offenen Ökosystems in hohem Maße konfigurierbar und bleibt nicht hängen, wie die erste Moto360 Generation.

          Moto 360 Sport Test: Wie sportlich ist die Hardware?

          Uhrenkörper ist nicht sehr ergonomisch geformt. Andere Sportuhren mit optischen Pulsmesser passen sich wesentlich besser ans Handgelenk an. Bei einem engen Sitz, der für eine optische Pulsmessung notwendig ist, schneidet die Moto 360 Sport ein.

          Das 300mAh-Akku ist ausreichend, auch für lange Einheiten. Es ist allerdings empfehlenswert mit vollem Akku starten. Mit der Laufzeit von konventionellen Sportuhren kann die Smartwatch naturgemäß nicht mithalten.

          Neben Ergonomie und Akkulaufzeit gibt´s für mich 3 wesentliche Merkmale einer Smartwatch, um sportlich zu sein. Alle drei haben das Ziel, dem Läufer auch ohne Smartphone eine ansprechende Funktionalität zu bieten: Pulsmessung, GPS, und für Läufer, welche Musik hören, die Möglichkeit Kopfhörer via Bluetooth zu verbinden. Über die drei genannten Features verfügt die Android Wear Smartwatch.

          Der Moto 360 Sport Test offenbarte, dass bei allen 3 Features Abstriche zu machen sind. Den größten Störfaktor stellt die unbrauchbare Pulsmessung dar. In meinem Fall verharrt der angezeigte Puls regelmäßig bei über 160 Schlägen. Der Wert in der Vergleichspulsuhr, aber auch die subjektive Einschätzung meines Pulses, lag wesentlich niedriger.

          Moto 360 Sport Test: Pulsmessung

          Relative Änderungen treten mit großer Verzögerung ein. Beim plötzlichen Stehenbleiben und ruhig durchatmen, dauert es mir zu lange, bis sich das auf der Pulsanzeige bemerkbar macht. Ein pulsgesteuertes Training oder gar Wettkämpfe nach Puls sind so nicht möglich.

          Das GPS ist etwas ungenauer als bei Sportuhren. Die Distanz und die live angezeigte  Geschwindigkeiten, weichen daher ab. Beim Hochladen in die Cloud korrigiert sich das wieder.

          Das Aufbauen von Verbindungen mit unterschiedlichen BT-Kopfhörern klappt ohne Probleme. Allerdings sollte die Uhr auf der gleichen Körperseite werden, wie der Bluetoothempfänger vom Kopfhörer ist, sonst gibt’s eine sehr instabile Verbindung.

          <h2>Moto 360 Sport Test: Können die Apps den Sportler überzeugen </h2>

          Als ich mir das letzte Mal Sportapps für Android Wear angeschaut habe, konnte keine den Puls während einer Trainingseinheit anzeigen. Das hat sich jetzt geändert.

          Die vorinstallierte Moto Body App kann das. Allerdings gibt es nicht viele Anzeigemöglichkeiten. Distanz, Tempo und Zeit auf einem Bildschirm. Der Puls isoliert auf einem anderen Bildschirm. Mehr nicht. Coolerweise können die Einheiten anschließend mit verschiedenen Plattformen synchronisiert werden. Fitbit, Strava, MapmyRun, UA Record und Google Fit stehen zur Auswahl.

          Moto 360 Sport Test: Moto Body App

          Mit Endomondo kann die App nicht synchronisiert werden. Das macht aber nichts, weil die Endomondo App meines Erachtens zur Zeit die beste für Android Wear ist. Verschiedene Bildschirme der Uhr sind, mit jeweils 2 Leistungsparamtern, frei konfigurierbar. Auch der Puls kann angezeigt werden.

          Moto 360 Sport Test: Endomondo

          Was beide Apps nicht können ist das manuelle Stoppen der Runden. Da das GPS nicht exakt funktioniert, wäre diese Funktion gerade bei Wettkämpfen essentiell. So gibt es keine Möglichkeit bei jedem Kilometerschild, ohne Kopfrechnung, den aktuellen Kilometerschnitt abzugleichen.

          Ich habe keine weitere App entdeckt, die den Puls auf der Uhr anzeigen kann. Google Fit Laufen erfasst nur Strecke, Dauer, Schritte und Kalorien. Ähnlich verhält es sich bei Runtastic, Strava und Under Armour Record.

          Also es gibt aktuell keine Möglichkeit den Puls zu sehen und Runden zu stoppen. Damit ist  die Moto 360 Sport als Wettkampf-Device ungeeignet.

          Allerdings sind die Mängel bei der Software sind vergleichsweise einfach lösbare Probleme. Sie sorgen zwar dafür, dass die Uhr für ambitionierte Sportler nicht geeignet ist. Ein konventionelle Laufuhr kann die Moto 360 so nicht ersetzen.

          Neue Apps oder Updates bestehender Apps können die Defizite beheben. Das Potenzial, dass Android Wear Smartwatches das irgendwann können, ist aus meiner Sicht weiterhin gegeben. Auch Hardware-Defizite, wie die ungenaue Pulsmessung, können durch kluge Algorithmen reduziert werden. Doch diese Möglichkeiten werden momentan nicht ausgeschöpft.

          Fazit beim Moto 360 Sport Test

          Für 299€ bekommt man sehr gute konventionelle Laufuhren, die den sportlichen Funktionalitäten der Moto 360 Sport weit überlegen sind. Aus der sportlichen Perspektive ist die Android Wear Uhr mit dem momentanen App-Ökosystem für mich durchgefallen.

          Natürlich kann sich diese Einschätzung durch bessere Apps schnell ändern. Dennoch ist auch die Hardware nicht perfekt auf Sportler zugeschnitten.

          Ich werde davon absehen die Moto 360 Sport bei Training und Wettkämpfen einzusetzen. Da mir aber die Funktionalität im Alltag sehr gut gefallen hat, ziehe ich in Erwägung mir die neueste Version der klassischen Moto 360 als Alltagsuhr zu kaufen.

          Welche Meinung habt ihr zum Moto 360 Sport Test? Sehr ihr alternative Apps die das Sporterlebnis mit der Android Wear Uhr aufwerten?

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