#400in100 ist vorbei: Die perfekte Minute

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Mein Selbstversuch mich innerhalb von 100 Tagen vom Marathoni zum 400 Meter Sprinter zu transformieren ist vorüber. Einhundert Tage lang habe ich unter professioneller Anleitung von Christian Borggräfe fokussiert trainiert. Ziel war es, als Marathonläufer die Technik und Athletik eines 400-Meter-Läufers auszubilden.

Nach einer gelaufenen Zeit von 60,40 Sekunden am ersten Tag ging es am letzten Tag des Projektes darum bei einem Leichtathletik Wettkampf zu prüfen, wie sehr ich mich verbessert habe. Dieser fand am 29.8.2015 beim Sommermeeting in Siegburg statt.

Wie es lief…

Es war schon verrückt. Eine Anreise von einer Stunde und 45 Minuten und das nur wegen einer knappen Minute Wettkampf. Bei Temperaturen um die 30 Grad hatte ich schon beim Warmmachen Schweißperlen auf der Stirn. Ich hatte im Vorfeld mächtig Bammel. So viel habe ich in den letzten 100 Tagen gelernt, aber kann ich das heute alles auf die Bahn bringen? Oder verfehle ich die vorgenommene Zeit von unter 57 Sekunden gar deutlich.

Das Warm-Up war mir nicht mehr so unangenehm, wie beim 200-Meter-Wettkampf. Auch weil Christian mich anleitete und ich mit meinem Tunnelblick gar nicht mehr auf die anderen schaute.

Und dann ging wieder alles ganz schnell. Gerade noch stand ich mit Anne, die alles via #Meerkat live streamte, neben der Startlinie und schon wurde ich aufgerufen. Bahn 6 habe ich erwischt, also den Großteil der Kontrahenten im Rücken.

Und dann „Auf die Plätze!“ – Der totale Fokus in mir – „Fertig!“ – Volle Körperspannung – „Los!“ Die Explosion! Vielleicht etwas zu niedrig herausgekommen, aber dann schnell ein gutes Tempo gefunden. Gegen Ende der ersten Kurve wurde ich von Bahn 5 überholt. Darauf war ich eingestellt als Neuling. In Kurve zwei kamen dann noch ein paar andere.

Viel über das Laufen an sich kann ich gar nicht sagen, es blieb kaum Raum zum Reflektieren. Aber wie man auf dem Video sieht, sah meine Technik auf der Zielgeraden noch äußerst sauber aus. Streckung, Abdruck, raumgreifendes Laufen, all das was mir Christian mit seiner raffinierten Trainingsmethoden immer wieder eingeimpft hat und was ich in den 100 Tagen von Grund auf lernen musste.

Genau diese Automatismen, die ich jüngst beschrieben habe, saßen.

400in100_finale

Und dann war ich plötzlich im Ziel. Hinter ein paar Anderen, vor einem Anderen. Und dann kam der Veranstalter und erzählte etwas von dieser wahnsinnigen Zeit. 54,99 Sekunden. Nicht nur dass 54,99 besser klingt als 55,01 – Es ist einfach mal 5 Sekunden schneller als vor 100 Tagen. Und die Einladung zu einem Steak durch Christian habe ich mir auch noch verdient.

Der absolute wahnsinn! Ich bin froh, dass Anne und Christian es auf Video aufgezeichnet haben, dass ich selbst nicht so viel Raum hatte, alles auszuleben.

Fazit & Ausblick

Spannende 100 Tage sind vorbei. Ein paar Erkenntnisse habe ich gewonnen:

Auch mit 30 Jahren sind im Sprint mit gezieltem Training in kurzer Zeit deutlich wahrnehmbare Fortschritte und Erfolge erzielbar. Wenn ich jetzt noch mal so eine Phase durchziehe steigere ich mich wahrscheinlich nur noch um eine Sekunde.

100 Tage sind ein guter Zeitraum für ein neues sportliches Projekt: Nicht zu lang an ein Ziel gebunden, aber ausreichend um was zu erreichen.

So eine Sprintphase ist für all jene, die unter Langstreckenmonotonie leiden, eine gute Abwechslung um anschließend auch wieder motiviert in längere Läufe zu starten.

Ich als Volkssportler werde Langstrecken auf Dauer bevorzugen. Einfach weil sie besser erlebbar und genießbar sind.

Christian Borggräfe ist ein Personal Trainer, den ich wohl mit jedem sportlichen Ziel konfrontieren kann, irgendwie bringt er mich schon dorthin.

Jetzt gilt es für mich erst mal, in Ruhe zu regenerieren. Ich werde alles in Ruhe revue passieren lassen und in den kommenden Wochen ein Video über das komplette Projekt anfertigen.

So eine 100-Tage-Phase kann ich mir für die Zukunft mit einer neuen Disziplin in jedem Fall vorstellen. Jetzt nicht unbedingt „Stabhochspringer in 100 Tagen“, aber es gibt da draußen noch viele interessante Disziplinen. Vielleicht lass ich daraus auch eine kleine Serie entstehen.

Jetzt geht erst mal darum Mitte Oktober in Dresden meine 10-Kilometer-Bestzeit anzugreifen. Schließlich ist dieses Tempo-Training die ideale Grundlage dafür.

Bleibt mir nur noch Danke zu sagen, insbesondere an Anne und Christian die mich in den letzten Tagen intensiv begleitet haben, aber auch an Familie, Freunde und Follower, die das Projekt unterstützend begleitet haben.

cb_crew

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7 Gedanken zu „#400in100 ist vorbei: Die perfekte Minute

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