#400in100 Tag 1: 400m in 60,4 Sekunden

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Gestern war Tag 1 meines #400in100-Experiments. Das einzige Ziel zum Auftakt war es eine 400m-Zeit auf die Bahn zu knallen. Ich wollte diese auf keinen Fall locker angehen, sondern volle Pulle alls raushauen. Es geht darum, selbst ein Gefühl dafür zu entwickeln, wo ich stehe. Darauf aufbauend wird mir die Referenzzeit helfen ein Ziel zu formulieren.

Es war schon eine neue Erfahrung. Seit der Grundschule habe ich keinen Tiefstart aus einem Startblock mehr gemacht. Ich bin etwas zu schnell angegangen, ab 300m war´s äußerst schmerzhaft und ich habe spürbar nachgelassen. 60,4 Sekunden waren es unterm Strich.

Ich habe bewusst die Originalvertonung im Video gelassen. Wenn ihr genau hinhört, bemerkt ihr dass ich bei diesem Testlauf sogar originale Fangesänge im Hintergrund hatte.

Es ist schwierig schon jetzt eine konkrete Zielzeit für #400in100 zu benennen. Es werden aber fünf Handlungsfelder deutlich, in denen Potenziale schlummern.

Die Renneinteilung war nicht optimal. Ich habe am Anfang etwas überzogen, und deutlich abgebaut. Die letzten 100 m haben sich angefühlt wie Battlefield auf der Playstation zu spielen. Wenn man angeschossen wird, wird der Bildschirm am äußeren Rand schwarz. Ähnlich ging es meinem Sichtfeld auf den letzten Metern auch. Mit einer moderaten Anlaufzeit ist, auf die Runde betrachtet, gefühlt noch eine Sekunde drin.

Was die Lauftechnik angeht ist da noch Luft. Ich habe mir sagen, lassen, dass der Kniehub noch nicht ausreichend ist. Mit Blick auf das Video war mir dann auch klar, dass es noch sehr unprofessionell aussieht. Da muss noch das ein oder andere Zehntel rauszuholen sein.

Wenn ich den Start häufiger übe, werde ich meine Reaktionszeit optimieren können und schon zu Beginn das ein oder andere Hundertstel einsparen.

Ich bin bisher noch nie mit Spikes gelaufen. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass in der Materialauswahl noch Potenziale schlummern, die ich heben werde. Das Gefühl mit Spikes zu laufen werde ich auf Laufsteiger natürlich beleuchten.

Naja und zu guter Letzt ist da noch die Athletik. Die Transformation meiner Marathon-Muskulatur zu einer Sprintmaschine muss sich ja irgendwie auf die Zeit auswirken. Die Frage ist, wie weit dieser Wandel in 100 Tagen fortschreitet? Schon 1 Sekunde sind 1,7% und ich habe überhaupt kein Gefühl, was das auf der Kurzdistanz bedeutet.

Es sind extrem viele Unbekannte, um ein Ziel zu setzen. Da die gemessene Zeit händisch gestoppt wurde fällt sie gegebenenfalls auch etwas zu meinen Gunsten aus.

Aber ich brauche ein Ziel und das lautet 57 Sekunden – X. Ich bin ein bisschen wie eine Wundertüte, aber in Anbetracht der vielen Handlungsfelder klingen 3 Sekunden machbar. Nur auf 400 Meter sind 3 Sekunden sicherlich eine Welt: Wie groß und wie schmerzhaft diese Welt ist, werde ich in den nächsten Wochen #400in100 spüren und ihr auf laufsteiger.de lesen.

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4 Gedanken zu „#400in100 Tag 1: 400m in 60,4 Sekunden

  1. Machst du zwischendurch noch weitere Testläufe? Wie du schreibst: Alleine die Taktik und Erfahrung können ja bereits einiges ausmachen. So ist zumindest mein Eindruck. Da wäre die Entwicklung sicherlich aussagekräftiger, als nur ein Test am Anfang und einer am Ende.

    Und was für Läufe sind das jeweils? Ich vermute der Test war ein Lauf alleine gegen die Uhr? Wird das beim „Finale“ ebenso sein, oder hast du Konkurrenz auf der Bahn? Meine Erfahrung ist nämlich, dass auch auf der kurzen Strecke Mitläufer sehr viel ausmachen. Ich bin dieses Jahr zweimal ohne „nennenswerte“ Mitläufer eine 59 gelaufen und einmal im vollbesetzten, ausgeglichenen Starterfeld eine 56. Das ist schon ein Unterschied 😉

    1. Hallo Hannes,

      danke für deine Hinweise, cool dass es mit dem Posten jetzt funktioniert hat. Ich werde das mit den Zwischenläufen auf jeden Fall bei meinem Trainer adressieren. Das klingt absolut sinnvoll. Dem Gegenüber steht, das mich die erste 400m-Runde am Limit, einen ganzen Tag ziemlich ausgeknockt hat. Wir müssen schauen, ob es mit der Zyklisierung vereinbar ist.

      Und beim zweiten Punkt ist es wie du befürchtest: Alleine im Stadion am Anfang. Und am Ende ist es ein Wettkampf. Wobei, was die Zeiten vom letzten Jahr angeht, ich nicht dazu beitragen werde, dass es ein ausgeglichenes Feld wird. Es ist halt keine Dissertation, wo ich an jeder Stelle den wissenschaftlichen Ansatz fahre, sondern viel mit Pragmatismus und Erlebnis verbunden.

      Trotzdem versuche ich alle Hinweise, Ideen und Fragen, die ihr habt, auch irgendwie zu verarbeiten.

      1. Muss ja auch keine Diss sein. Du wirst für dich selbst auch so oder so sehr gut merken, wie viel letztlich das Training selbst für die Zeit gebracht hat. Nur von außen betrachtet und rein auf die Zahlen bezogen ist das eben schwer zu beurteilen.

        Wie gesagt: Ich bin sehr gespannt!

        Was mir jetzt beim Anschauen des Videos noch einfällt: Hier wäre es ja auch interessant auf zum Beispiel Schrittfrequenz/Bodenkontaktzeit/Vertikale Oszillation zu achten, was die neusten Garmin-Uhren ja messen.

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